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Dermatologie & Allergologie

Akne vulgaris: Diagnose

Akne vulgaris

Definition

Entzündliche androgenabhängige multifaktorielle Erkrankung der Talgdrüsen, die hauptsächlich während der Pubertät und Adoleszenz auftritt. Etwa 15% aller Adoleszenten leiden unter behandlungsbedürftiger Akne. Das Inzidenzmaximum liegt in der Pubertät zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr, mit einem Gipfel im 15. Lebensjahr.

Ätiologie und Pathogenese

Die exakte Ursache von Akne ist nicht bekannt. Genetische Ursachen werden diskutiert. Folgende Faktoren spielen in der Pathogenese eine wichtige Rolle:

  • erhöhte Aktivität der Talgdrüsen in Abhängigkeit von androgenen Hormonen
  • erhöhte Dichte von Propionibacterium acnes
  • Verhornungsstörung des oberen Follikelkanals
  • erhöhte Inzidenz (70%), wenn beide Eltern Akne hatten

Durch die Verhornungsstörung im Follikelkanal kommt es zur Komedobildung. Das gleichzeitig gesteigerte Bakterienwachstum führt zu vermehrter Spaltung von Neutralfetten und damit zur Bildung von freien Fettsäuren, die eine Entzündung hervorrufen. Durch Schädigung der Follikelwand und besonders durch mechanische Belastung (Ausdrücken) kommt es zur Ruptur des Komedo und Entleerung des Zysteninhalts in das umgebende Gewebe und damit zu einer verstärkten Entzündung, die bis zur Abszedierung gehen kann.

Lokalisation

In den Hautarealen mit großen Talgdrüsen ("seborrhoische Areale"):

  • Gesicht
  • Schultern
  • Rücken
  • Dekolleté
 Verlauf

Die Akne vulgaris verläuft chronisch-rezidivierend, in den meisten Fällen allmähliche Abheilung nach dem 20. Lebensjahr. In schweren Fällen erfolgt Narbenbildung bis hin zum Keloid.

Symptomatik

Verschiedene Schweregrade der Akne können gleichzeitig nebeneinander bestehen.

Acne comedonica

mit offenen (schwärzlichbraunen) und geschlossenen (weißen) Komedonen

Acne papulopustolosa

mit entzündlichen Veränderungen der Komedonen bis hin zur tiefen Follikulitis und Furunkelbildung           (cave: narbige Residuen!)

Acne nodulocystica

und

Acne vulgaris conglobata

mit Perifollikulitis bis hin zur Abszedierung - klinisch mit bis zu zentimetergroßen entzündlichen Knoten und Zysten und der Ausbildung von Fistelgängen (Abheilung obligat mit Narben)

Diagnose

Obwohl die Diagnose aufgrund des klinischen Bildes einfach zu stellen ist, müssen die folgenden Sonderformen in differentialdiagnostische Erwägung gezogen werden.

Akne-Sonderformen

Exogene Akne

durch exogene Follikelnoxen (meist chemischer, seltener physikalischer Natur) bedingte, Akne vulgaris-ähnliche Krankheitsbilder mit primärer Komedonenbildung und sekundärer Entzündung (Follikulitis);
Formen: Öl-, Teer-, Pech-, Chlor- und Strahlenakne

Medikamenteninduzierte Akne

z.B. durch Steroide, Halogene, Hydantoine, Tuberkulostatika

Acne cosmetica

bedingt durch komedogene Substanzen in manchen Kosmetika

"Acne excoriée des jeunes filles"

akneiformes Bild mit im Vordergrund stehenden Kratzeffekten

Acne conglobata (Syn. Follikuläres Okklusionssyndrom, Hidroadenitis suppurativa)

Dabei kommt es zum Auftreten von chronisch progredienten, abszedierenden und fistulierenden akneartigen Veränderungen einerseits im Ausbreitungsgebiet der Acne vulgaris und andererseits inguinal, axillär und perianal.

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Letztes Update:25 Februar, 2009 - 11:45